Städtische Sammlungen Sebnitz

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Kunstblumen- und
Heimatmuseum
"Prof. Alfred Meiche"
Afrikahaus
Waldarbeiterstube Hinterhermsdorf
Wissenschaftlich Arbeiten


Kunstblumen- und
Heimatmuseum
"Prof. Alfred Meiche"

Hertigswalder Str. 12 - 14
01855 Sebnitz

Tel.: 035971 80730
Fax: 035971 80830
E-mail: museum@sebnitz.de
Öffnungszeiten:
tägl. außer Montag
von 10:00 bis 17:00 Uhr
 




Sebnitzer Kunstblumen- und Heimatmuseum „Prof. Alfred Meiche“

HeimatmuseumDas Museum ist in einem 1731 erbauten und 1992-1994 nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten rekonstruierten Bürgerhaus unterbracht. Es gibt auf einer Ausstellungsfläche von mehr als 300 m2 einen Überblick über das Werden und Wachsen von Sebnitz.

Dabei ist der Geschichte der Kunstblumen-herstellung im Sebnitzer Raum eine besondere Abteilung gewidmet. Historische Wohnräume aus zwei Jahrhunderten geben Einblick in die Lebensweise vergangener Generationen.

Kontor eines Blumenfabrikanten
Dies verdeutlicht auch die umfangreiche Sammlung historischen Mobiliars und von Arbeitsgeräten und Werkzeugen.

Zum Sammlungsbestand gehören neben dem ca. 11000 Exponate zählenden Inventars des Museums, ein umfangreiches heimatkundliches Bild- und Schriftarchiv sowie die ca. 2000 Bände umfassende Museumsbibliothek.

Hanns-Georgi-Ausstellung
In seinen Sammlungen verwahrt das Museum unter anderem den wissenschaftlichen Nachlass des Heimatforschers Prof. Dr. Alfred Meiche (1870-1947) sowie Teile der Nachlässe des Puppenspielers Max Jacob (1888-1967), der Malerin Ilse Ohnesorge (1866-1937) und des Malers und Grafikers Hanns Georgi (1901-1989).

Außerdem verdienen die Scherenschnitte von Adolf Tannert (1839-1913) und die Schattenspiele, eine Sebnitzer Volkskunstgestaltung, besondere Beachtung.

Rundgang durch das Museum

Die Ausstellungen des Museums sind durch das geschichtsträchtige Fluidum des alten Bürgerhauses geprägt. Ihm ordnet sich die museale Gestaltung so unter, dass der Charakter des Wohn- und Geschäftshauses weitgehend erhalten bleibt.

Erdgeschoss

Hausflur

Der Hausflur war im Wohn- und Geschäftshaus des Leinwandverlegers ein wichtiger Arbeitsraum. Der Leineweber musste seine fertiggewebten Stoffbahnen im Hausflur ausrollen zur Begutachtung durch den Verleger oder einen von ihm Beauftragten. Das erforderte Platz. Fand man Fehler, dann mussten die Weber mit Lohnabzügen rechnen. Im Hausflur wurden auch die Waren für den Versand in die sogenannte Messekiste verpackt. Eine solche Messekiste steht am Treppenaufgang.
Der Hausflur war sogleich auch der Empfangsraum für Gäste bei Familienfeiern und man bahrte hier auch die verstorbenen Familienmitglieder bis zur Beerdigung auf.
Links vom Hausflur befanden sich eine große Familienwohnstube, ein kleinerer Wohnraum und die schwarze Küche. An die Küche war nach dem Hof ein Backofen angebaut.

Kassenraum
Im Kassenraum beginnt der eigentliche Rundgang durch die Museumsräume.
In ihm befand sich das Kontor des Verlegers. Die hier aufgestellte Ladeneinrichtung wurde 1879 gebaut und war bis zum Jahre 1981 im Hause Kirchstraße 16 in Sebnitz in Gebrauch. Die Lebensmittel wurden nach den Wünschen der Kunden vom Kaufmann in Tüten gefüllt und abgewogen.


Raum der Stadtgeschichte
In diesem gewölbten Raum lagen einst die Leinwandvorräte des Verlegers. Die Ausstellung der Stadtgeschichte stellt wichtige Abschnitte der Entwicklung des Ortes vor. Diese sind die Gründung der Stadt, die territorialen und kirchlichen Verhältnisse im Mittelalter, das Leben in der Ackerbürgerstadt, die bauliche Entwicklung und die Anfänge der Industrie sowie die besondere Situation von Sebnitz als Grenzstadt.

Ausstellung zur Geschichte der Kunstblumenherstellung im Sebnitzer Gebiet (drei Räume)
Hier erhält der Besucher eine Überblick über die Anfänge und die Entwicklung der Sebnitzer Kunstblumenindustrie und die Rolle von künstlichen Blumen im Volksbrauch, in der Mode und bei der Dekoration. Der linke Raum zeigt Inventar aus den Kontoren Sebnitzer Blumenfabrikanten. Der rechte Raum zeigt die Einrichtung einer Wohnküche wie sie um 1910/30 in den Wohnungen der Arbeiter- und Handwerkerfamilien zu finden war.

Erstes Stockwerk

Wir gehen nun in den Hausflur zurück und gelangen über die breite Steintreppe vorbei an drei gusseisernen Ofenplatten (16.-18. Jahrhundert) in das 1. Stockwerk des Hauses. Hier betreten wir zunächst den

Oberen Flur
Im Volksmund heißt dieser Raum noch heute der „Saal“. Hier wurden bei ungünstiger Witterung ebenfalls Wirtschaftsarbeiten verrichtet. Ansonsten diente er zum Aufstellen von Schränken, Truhen und anderen Vorratsbehältnissen.

Wohnraum BlumenfabrikantDie Oberstuben
Links vom „Saal“ befanden sich im 18. und 19. Jahrhundert die sogenannten „Oberstuben“ oder „Gute Stuben“. In ihnen standen die besten Möbel und bildeten somit die Repräsentationsräume für den Handelsherrn.

Schlafraum
Das hier gezeigte Mobiliar stammt ausnahmslos aus dem 18. Jahrhundert. Der bemalte „Himmel“ des Himmelbettes wurde bei den Bauarbeiten am Haus auf dem Hausboden entdeckt. Das Bett ist „zweimännisch“, dass heißt für ein Ehepaar, gedacht. Die Kinder lagen in den ersten Lebensmonaten in der Wiege. Der Holzkopf auf dem Betthimmel diente am Abend zum Ablegen der Perücke.

Gedenkraum für Persönlichkeiten der Sebnitzer Region
Die hier vorgestellten Persönlichkeiten wurden durch ihr Wirken über die Grenzen unserer Stadt und unserer näheren Heimat bekannt.

Max-Jakob-Ausstellung Grafiksammlung
  • Magister Wilhelm Leberecht Götzinger (1758-1818), Pfarrer und Heimatforscher
  • Prof. Dr. Alfred Meiche (1870-1947), bedeutender sächsischer Historiker, Volkskundler und Sprachforscher. Ehrenbürger von Sebnitz.
  • Ilse Ohnesorge (1866-1937), Malerin
    In ihrem künstlerischen Lebenswerk nimmt die Darstellung der Landschaft um Sebnitz und der hier tätigen Menschen einen hervorragenden Platz ein. Ihre Bilder gehören zum kostbarsten Besitz des Museums.
  • Max Jacob (1888-1967), Puppenspieler
    Gründer und Leiter der Hohnsteiner Handpuppenbühne, Präsident der UNIMA (Weltorganisation der Puppenspieler)
  • Wolff Adolph August von Lüttichau (1785-1863), Leiter des Dresdner Hoftheaters und der königl. Kapelle, Besitzer des Rittergutes Ulbersdorf
  • Ida von Lüttichau (1798-1856), gehörte zu den bedeutendsten Frauen der deutschen Romantik
  • Gotthelf Siegismund Heine (1746-1814), Lehrer und Kantor
  • Paul Schmidt (1881-1962), Lehrer und Kantor
  • Dr. Wilhelm Michael Schaffrath (1814-1893), hervorragender Demokrat, Mitglied der Nationalversammlung in Frankfurt a. M. 1848/49
  • Wilhelm Schindler (1866-1910), Lehrer und Mundartdichter
  • Bruno Barthel (1885-1956), Steinbrecher und Mundartdichter
  • Karl Gottlieb Henke (1830-1899), Konservator und Forschungsreisender
  • Albert Kunze (1877-1949), Maler

Gedenkraum für den Maler, Grafiker und Buchillustrator Hanns Georgi (1901-1989)
Neben den Bildern von Hanns Georgi, darunter sein Selbstbildnis, sind Möbel, Bücher und andere Erinnerungsstücke aus dem Besitz des Künstlers zu sehen. Der Bücherschrank enthält einen Teil seiner mehrere tausend Titel umfassenden Bibliothek. Am Sekretär entstanden tausende Buchillustrationen.

Veranstaltungsraum
Hier finden zuweilen Konzerte und Vorträge statt. An den Wänden hängen Bilder von Künstlern aus dem Gebiet um Sebnitz. Der Flügel stammt aus dem Besitz des Malers Hanns Georgi.

Wohn- und Arbeitszimmer des Heimatforschers Prof. Dr. Alfred Meiche (1870-1947)
und seiner Familie

Arbeitszimmer Prof. A. Meiche Das Wohnhaus der Familie Meiche lag am Feldweg in Sebnitz. Von der einstigen Ausstattung desselben hat sich die hier ausgestellte Einrichtung des Wohn- und Arbeitszimmers des Gelehrten und seiner Familie erhalten. Über dem Klavier hängen die Bildnisse seiner Eltern Auguste und Louis Meiche aus der Zeit um 1885. Das Büfett, die Truhenbank, der Ausziehtisch sowie der Spiegel mit dem davor stehenden Schränkchen wurden im Jahre 1901 gefertigt und gehörten zur Aussteuer von Meiches Frau Gertrud.
Auch der Kachelofen und die Korridortür befanden sich einst in der Meiche`schen Villa.

Tannerstube
Das Schaffen des Scherenschnittkünstlers Adolf Tannert (1839-1913) steht in enger Beziehung zum sogen. Schattenspiel, einer Sebnitzer Weihnachtsvolkskunst aus dem 19. Jahrhundert. Viele Sebnitzer Familien besaßen (und besitzen vereinzelt noch) Schattenspiele. Sie sind eine Sonderform der Pyramide. Beim Schattenspiel befindet sich das Flügelrad im Gehäuse. An ihm hängt eine mit Scherenschnitten geschmückte Trommel. Stellte man in das Schattenspiel eine brennende Kerze oder Öllampe, dann begann sich durch die aufsteigende Wärme das Flügelrad mit der Trommel zu drehen.
Tannert-Zimmer Scherenschnitte

Dachgeschoss

Unter dem hohen Dach des Hauses befinden sich drei Dachböden. Im ersten Dachgeschoss waren einst die Kammern für die im Haushalt und im Geschäft tätigen Knechte und Mägde. Im zweiten Dachboden wurden die Getreidekörner gelagert. Der Spitzboden diente als Aufbewahrungsort für den ausgesonderten Hausrat.
Wohn- und Arbeitsraum einer Handweberfamilie
Weberstube
Wie viele andere Handwerker arbeiteten auch die Weber in der Familienwohnstube. Sie war außerdem noch Küche.
Das Mobiliar der Weberstube stammt vom Ende des 18. und aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Webstuhl wurde 1857 erbaut.

Gartenanlage

Die barocke Gartenanlage wurde 1994 rekonstruiert, ebenso der stark verfallene Pavillon. Ursprünglich führte vom Hof ein einfacher Stufenweg zum Sebnitzbach hinab. Von da konnte man über eine schmale Brücke das andere Bachufer erreichen, wo sich eine ebenfalls zum Hause gehörende zweite Scheune und ein Obstgarten befanden. Das an der Brücke stehende Mauerwerk ist die Radstube für ein Gebäude, dass der Verleger Johann Christoph Hesse um 1828 errichten ließ. In ihm befand sich ein Maschinensystem zum Stärken und Glätten der Leinwandbahnen. Diese Anlage wurde durch ein Wasserrad bewegt.